Normative Grundfragen der EU-Sicherheitspolitik

In der Euro­päi­schen Uni­on (EU) blickt die Gemein­sa­me Außen- und Sicher­heits­po­li­tik (GASP) als inter­gou­ver­ne­men­ta­les Poli­tik­feld auf eine schritt­wei­se Ent­wick­lung zurück: In den Ver­trä­gen von 1993 (Maas­tricht) bis 2009 (Lis­sa­bon). Im Juni 2016 hat die Hohe Ver­tre­te­rin der GASP hier­für ein eige­nes Grund­satz­pa­pier vor­ge­legt (Glo­ba­le Stra­te­gie).

Quelle: pixabay.com
Quel­le: pixabay.com

Mit den Instru­men­ten der GASP will die EU einen ernst zu neh­men­den Bei­trag zu Frie­den und Sicher­heit in der Welt leis­ten. Moti­ve wie Wil­le zur Eigen­stän­dig­keit (neben domi­nan­ten Part­nern wie den USA) und zur Gestal­tung (bei zuneh­men­der glo­ba­ler Mar­gi­na­li­sie­rung) spie­len aber eben­so eine Rol­le, um eige­ne Inter­es­sen wahr­neh­men zu kön­nen.

Wie in den Ver­trä­gen ver­steht sich die EU auch in der Glo­ba­len Stra­te­gie als ein an ethi­sche Über­zeu­gun­gen gebun­de­ner Akteur. Doch kön­nen ver­wen­de­te ethi­sche Begrif­fe („Wer­te“, „Grund­sät­ze“) und metho­di­sche Leit­li­ni­en („auf Grund­sät­zen beru­hen­der Prag­ma­tis­mus“) nur gro­be Anhalts­punk­te bie­ten; sie bedür­fen also sowohl einer Prä­zi­sie­rung als auch eines kohä­ren­ten Unter­baus.

Hier schlie­ßen sich Denk­räu­me an, in die das Pro­jekt hin­ein­stößt, indem es einen ethi­schen Hand­lungs­maß­stab der EU-Sicherheitspolitik aus Per­spek­ti­ve einer in der katho­li­schen Kir­che ver­or­te­ten theo­lo­gi­schen Ethik kon­tu­rie­ren möch­te. Das gan­ze Vor­ha­ben (Beginn Sep­tem­ber 2018) ent­fal­tet sich in drei Schrit­ten – einem epis­te­mi­schen, einem nor­ma­ti­ven, einem exem­pla­ri­schen:

  • Wel­ches Ver­ständ­nis von Sicher­heits­po­li­tik hat die EU und wel­ches sind ihre wesent­li­chen sicher­heits­po­li­ti­schen Bei­trä­ge?
  • Wie ist dafür inner­halb des Denk­raums katho­li­scher Sozi­al­leh­re ein Hand­lungs­maß­stab zu for­mu­lie­ren?
  • Was folgt dar­aus für exem­pla­ri­sche Hand­lungs­fel­der / Pro­jek­te / Mis­sio­nen: Wie ist Ver­gan­ge­nes zu bewer­ten; wie soll­te Zukünf­ti­ges gestal­tet wer­den?

 

Projektleiter

Dr. Mar­co Schrage