Europäische Außen- und Sicherheitspolitik

Ange­sichts der Viel­zahl außen- und sicher­heits­po­li­ti­scher Her­aus­for­de­run­gen besteht für die Euro­päi­sche Uni­on (EU) deut­li­cher Hand­lungs­be­darf. Beson­de­re Rele­vanz ent­fal­tet dabei  deren sog. Gemein­sa­me Außen- und Sicher­heits­po­li­tik (GASP). Im Ver­trag von Lis­sa­bon (2009) ver­an­kert will die­se einen nach­hal­ti­gen Bei­trag zu Frie­den und Sicher­heit leis­ten. Aber auch Moti­ve wie Selbst­be­haup­tung (gegen eine zuneh­men­de glo­ba­le Mar­gi­na­li­sie­rung) und Unab­hän­gig­keit (von domi­nan­ten Part­nern wie den USA oder der NATO) spie­len eine gewich­ti­ge Rol­le.

Quelle: pixabay.com
Quel­le: pixabay.com

Im Juni 2016 leg­te die Hohe Ver­tre­te­rin der GASP hier­für ein neu­es stra­te­gi­sches Grund­satz­pro­gramm vor (‚Glo­bal Stra­te­gy‘). Die EU, der als Einigungs- und Frie­dens­pro­jekt von Anfang an eine ethi­sche Dimen­si­on inhä­rent ist, defi­niert sich ent­schie­den als Wer­te­ge­mein­schaft (EUV Art. 2) und will dies inner­halb ihrer GASP umge­setzt wis­sen. Wer­te wie Men­schen­wür­de, Frei­heit, Demo­kra­tie, Gleich­heit und Men­schen­rech­te ste­hen im Zen­trum. Deren inhalt­li­che Näher­be­stim­mung bleibt jedoch genau­so offen wie die der ver­wen­de­ten ethi­schen Grund­be­grif­fe (Prin­zi­pi­en, Wer­te, Inter­es­sen) und deren Ver­hält­nis zuein­an­der. Metho­di­sche Vor­ga­ben, so die Aus­rich­tung an einem prin­zi­pi­en­ori­en­tier­ten Prag­ma­tis­mus (‚princi­pled prag­ma­tism‘), erwei­sen sich als unscharf. Kri­tik wird daher laut, es hand­le sich um lee­re Begriff­lich­kei­ten (‚empty rhe­to­ric‘).

Da es dem geplan­ten Pro­jekt um die nor­ma­ti­ven (d.h. rich­tungs­ge­ben­den) ethi­schen Grund­la­gen der GASP gehen soll, eröff­nen sich hier Räu­me zu wei­ter­ge­hen­der Refle­xi­on. Im Wis­sen um die christ­li­chen Wur­zeln Euro­pas will das Pro­jekt die auf­tre­ten­den Fra­gen aus einer (theologisch-)ethischen Per­spek­ti­ve sowie in Wahr­neh­mung kirch­li­cher Äuße­run­gen behan­deln. Im Gesamt betrach­tet baut das Pro­jekt (Beginn August 2016) metho­disch auf drei Säu­len auf:

  • ein deskrip­ti­ver, poli­tik­wis­sen­schaft­li­cher Zugang
  • ein dezi­diert theo­lo­gi­scher und kirch­li­cher Zugang
  • ein fun­da­men­tal­mo­ra­li­scher und sozi­al­ethi­scher Zugang.

Projektleiter

N.N.