Statebuilding auf dem Prüfstand


Die Fest­stel­lung, dass libe­ral state­buil­ding in sei­ner lang­jäh­rig prak­ti­zier­ten Form schei­tert, ist nicht erst seit der Afghanistan-Intervention der west­li­chen Staa­ten­ge­mein­schaft Gegen­stand einer Debat­te. Bei­spie­le wie Mali erhär­ten den Ver­dacht, dass bis­he­ri­ge Inter­ven­tio­nen kon­zep­tio­nel­le Defi­zi­te struk­tu­rell wie­der­holt haben. Kritiker*innen wie etwa David Chand­ler haben stets die Abhän­gig­keit des Erfol­ges exter­ner Inter­ven­tio­nen von der gelun­ge­nen Auf­nah­me loka­ler kul­tu­rel­ler Para­dig­men betont.

Wäh­rend die Kri­tik aus ver­schie­de­nen Sei­ten am libe­ral state­buil­ding bestän­dig ist, hat sich noch kein neu­er nor­ma­tiv begrün­de­ter Ansatz eta­bliert. Das vor­lie­gen­de Pro­jekt setzt an die­ser Stel­le an und erhebt zunächst den poli­tik­wis­sen­schaft­li­chen For­schungs­stand zum The­ma state­buil­ding. Soll­te sich bei­spiels­wei­se die Hypo­the­se erhär­ten, dass loka­le Vor­stel­lun­gen von Recht und Gerech­tig­keit tat­säch­lich nicht aus­rei­chend berück­sich­tigt wor­den sein, um die Akzep­tanz neuer/ wie­der­auf­ge­bau­ter staat­li­cher Insti­tu­tio­nen zu errei­chen, resul­tiert dar­aus der Auf­trag, zukünf­tig Ver­fah­ren zu fin­den, die dies gewähr­leis­ten. Erar­bei­tet wer­den sol­len dabei exem­pla­risch die nor­ma­ti­ven Grund­la­gen, auf denen eine christ­li­che Frie­dens­ethik inter­kul­tu­rell sen­si­ble Aus­sa­gen zu (libe­ral) state­buil­ding oder der zukünf­ti­gen Gestalt state­buil­dings im All­ge­mei­nen täti­gen kann. Ziel der Aus­ein­an­der­set­zung mit die­sen Fra­gen ist es auch die Trag­fä­hig­keit von State­ments der katho­li­schen Kir­che als einer welt­weit lokal ver­an­ker­ten Orga­ni­sa­ti­on mit einer aus­ge­präg­ten frie­dens­ethi­schen Tra­di­ti­on zu eruieren.

 


Projektleiterin

Sarah Dele­re, M.P.P.