Johannes Calvins theologische Friedensethik.

Theo­lo­gie und Frie­den · Band-Nr.: 41

Die theo­lo­gi­sche Frie­dens­ethik Johan­nes Cal­vins (1509-1564) ist bis­lang wenig bekannt – zu Unrecht, wie Hof­heinz zeigt. Er rekon­stru­iert die Frie­dens­ethik des Gen­fer Refor­ma­tors erst­mals aus­führ­lich und ana­ly­siert dafür die Kom­men­ta­re, Pre­dig­ten, Brie­fe und Gele­gen­heits­schrif­ten Cal­vins. Die beson­de­re Auf­merk­sam­keit gilt sei­ner Aus­le­gung des Tötungs­ver­bots des Deka­logs und der Aus­ein­an­der­set­zung mit dem täu­fe­ri­schen Pazi­fis­mus. Dabei tritt u. a. Cal­vins Rezep­ti­on der Leh­re vom gerech­ten Krieg in den Blick, wie er sie im Rah­men einer Zweireiche-Lehre ent­fal­tet. Der Frie­den auf Erden hängt für Cal­vin mit dem Frie­den Got­tes zusam­men. Cal­vin ver­steht den Frie­den Got­tes als ein „Ethos“, d. h. einen Raum, in dem es zu leben gilt. Der in die­sem Raum behei­ma­te­te Mensch kann nach Cal­vin in Kir­che und Gesell­schaft frie­dens­stif­tend tätig sein. Aus die­sem „Ethos“ her­aus ver­sucht der Gen­fer Refor­ma­tor, frie­dens­ethi­sche Urteils­bil­dung im Hori­zont des Rei­ches Got­tes zu voll­zie­hen. Ins­be­son­de­re in sei­nen Pre­dig­ten und Brie­fen an ver­folg­te Glau­bens­ge­schwis­ter mahnt Cal­vin, den Frie­den Got­tes auch in den kon­flikt­träch­ti­gen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­zes­sen auf Erden gel­ten zu las­sen.


Prof. Dr. Mar­co Hof­heinz lehrt Sys­te­ma­ti­sche Theo­lo­gie an der Leib­niz Uni­ver­si­tät Han­no­ver.

Prof Dr. Mar­co Hof­heinz
ISBN 978-3-17-020967-1 · Stutt­gart · 2012