Politik der gesellschaftlichen Versöhnung - Eine theologisch-ethische Untersuchung am Beispiel der Gacaca-Gerichte in Ruanda.

Theo­lo­gie und Frie­den · Band-Nr.: 39

Die ruan­di­schen Gacaca-Gerichte waren ursprüng­lich gewohn­heits­recht­li­che Insti­tu­tio­nen zur Kon­flikt­lö­sung auf der Ebe­ne von Dorf­ge­mein­schaf­ten. Nach dem Völ­ker­mord wur­den sie auf der Grund­la­ge staat­li­cher Geset­ze regle­men­tiert und mit der Auf­ar­bei­tung der gro­ßen Mehr­zahl von Ver­bre­chen im Kon­text des Geno­zids betraut. Damit sol­len sie einen Bei­trag zum Pro­zess der gesell­schaft­li­chen Ver­söh­nung in Ruan­da leis­ten. Der Autor ver­folgt die Fra­ge, ob dies tat­säch­lich gelingt. Dazu erar­bei­tet er zunächst theologisch-ethische Kri­te­ri­en einer Theo­rie der gesell­schaft­li­chen Ver­söh­nung. Zen­tra­le Bei­trä­ge dazu sind Recht­spre­chung, Wahr­heits­fin­dung, Ver­ant­wor­tungs­über­nah­me und Erin­ne­rungs­kul­tur, die jeweils sys­te­ma­tisch erar­bei­tet und zu einem umfas­sen­den Kon­zept zusam­men­ge­führt wer­den. Dabei wird deut­lich, dass die Gacaca-Gerichte ihrem Anspruch nur bedingt gerecht wer­den.


Sebas­ti­an Frie­se ist Theo­lo­ge und Sozio­lo­ge und arbei­tet als Refe­rent des Vor­stands beim Inter­na­tio­na­len Katho­li­schen Mis­si­ons­werk mis­sio in Aachen.

Sebas­ti­an Frie­se
ISBN 978-3-17-021315-9 · Stutt­gart · 2010