Handbuch Friedensethik (Projektkooperation)

Krieg und Gewalt sind omni­prä­sent, in der Rea­li­tät und media­len Bericht­erstat­tung wie auch in der wis­sen­schaft­li­chen Ana­ly­se. Aber Frie­den ist den­noch kein rea­li­täts­fer­ner Gedan­ke, wenn­gleich er häu­fig nur unter schwie­rigs­ten Bedin­gun­gen ermög­licht und bewahrt wer­den kann. Frie­den fun­giert zudem als nor­ma­ti­ve Folie der Gewalt- und Kriegs­kri­tik – eine Folie, die bis­wei­len den Kon­takt zur Rea­li­tät und den in ihr gege­be­nen Mög­lich­kei­ten zu ver­lie­ren droht. Um dem ent­ge­gen­zu­wir­ken, möch­ten wir mit dem Hand­buch eine dezi­diert realitäts- und norm­kri­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit ethi­schen Aspek­ten sowohl der theo­re­ti­schen wie der prak­ti­schen Arbeit am Frie­den anbie­ten.handbuch-friedensethik

Die Dar­le­gun­gen des Hand­buchs bewe­gen sich vor­ran­gig auf drei Bestim­mungs­ach­sen: Auf der ers­ten wer­den mar­kan­te Sta­tio­nen in der Geschich­te frie­dens­ethi­scher Nor­mie­rung und Ori­en­tie­rung bis hin zu aktu­ell dis­ku­tier­ten Model­len rekon­stru­iert und ana­ly­siert. Die zwei­te ist der Span­nung zwi­schen nor­ma­ti­ver und erklä­ren­der Theo­rie sowie zwi­schen Theo­rie und lebens­welt­li­cher Erfah­rung gewid­met. Drit­tens soll der Blick­win­kel gewei­tet und der Unter­su­chungs­ge­gen­stand inter­dis­zi­pli­när syn­the­ti­siert wer­den.

The­ma­tisch umfasst das geplan­te Hand­buch fünf Tei­le. Der ers­te dient der Ver­stän­di­gung über die Grund­be­grif­fe bzw. das Begriffs­feld „Frie­den“ und „Ethik“ Die fol­gen­den bei­den Tei­le sind auf die wich­tigs­ten frie­dens­ethi­schen Dis­kurs­ge­schich­ten kon­zen­triert: zunächst auf die christ­li­chen und säku­la­ren Haupt­strö­mun­gen der „abendländischen“(oder „west­li­chen“?) Tra­di­ti­on, dann – im Sin­ne einer dia­log­ori­en­tier­ten Per­spek­tiv­en­er­wei­te­rung – auf wirk­mäch­ti­ge reli­giö­se und säku­la­re Tra­di­tio­nen in Asi­en und Afri­ka. Der vier­te Teil prä­sen­tiert frie­dens­ethi­sche Ana­ly­sen und Refle­xio­nen zu aktu­el­len Kon­tro­ver­sen. Impul­se zur ethi­schen Selbst­re­fle­xi­on der Friedens- und Kon­flikt­for­schung beschlie­ßen den Band.

Das Hand­buch Frie­dens­ethik ist inzwi­schen im Sep­tem­ber 2016 beim Sprin­ger VS erschie­nen und kann hier bestellt wer­den. Es wen­det sich an Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler sowie an Stu­die­ren­de ver­schie­de­ner Fach­rich­tun­gen, eben­so an die poli­tisch inter­es­sier­te Öffent­lich­keit.


Projektkooperation

bear­bei­tet von: PD Dr. Ines-Jacqueline Werkner (For­schungs­stät­te der Evan­ge­li­schen Stu­di­en­ge­mein­schaft /FEST, Hei­del­berg)

Pro­jekt­part­ner ithf: Dr. Klaus Ebe­ling