Lybien: Missbrauch der Responsibility to Protect?

Stu­di­en zur Frie­dens­ethik · Band-Nr.: 48

2011 man­da­tier­te der UN-Sicherheitsrat mili­tä­ri­sche Maß­nah­men zum Schutz der Zivil­be­völ­ke­rung in Liby­en. Eine Koali­ti­on unter der Füh­rung von Frank­reich und Eng­land leg­te die­ses Man­dat als Legi­ti­ma­ti­on für den mili­tä­ri­schen Sturz Gad­da­fis aus. Deutsch­land ent­hielt sich im Sicher­heits­rat mit Russ­land und Chi­na der Stim­me und betei­lig­te sich an dem Ein­grei­fen nicht. In der deut­schen Debat­te streu­en die Posi­tio­nen weit: Auf der einen Sei­te sieht man im Beschluss des Sicher­heits­ra­tes und dem mili­tä­ri­schen Vor­ge­hen einen Schritt nach vorn in der völ­ker­recht­li­chen Umset­zung der soge­nann­ten Respon­si­bi­li­ty to Pro­tect, der Schutz­ver­ant­wor­tung. Hier gilt die deut­sche Stimm­ent­hal­tung als Ver­sa­gen. Auf der ande­ren Sei­te wird die The­se ver­tre­ten, dass die Vor­aus­set­zun­gen für ein mili­tä­ri­sches Ein­grei­fen im Sin­ne der R2P nicht vor­ge­le­gen haben, der Sicher­heits­rat also sei­ne Kom­pe­tenz miss­braucht habe. Hier inter­pre­tiert man die Stimm­ent­hal­tung als ein Fest­hal­ten an der grund­le­gen­den Frie­dens­ori­en­tie­rung der deut­schen Sicher­heits­po­li­tik. Der vor­lie­gen­de Band doku­men­tiert Flü­gel­po­si­tio­nen die­ser Debat­te.


Mit Bei­trä­gen von: 

Chris­ti­an Tomu­schat, Rein­hard Mer­kel, August Pra­det­to und Bru­no Schoch.


Rezensionen:

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Prof. Dr. Ger­hard Beester­möl­ler
ISBN 978-3-8487-0763-8 / 978-3-402-11692-0 · Baden-Baden / Müns­ter · 2014